Österreichs PropTech-Landschaft hat in den letzten zwei Jahren einen deutlichen KI-Schub erlebt. Mehr als 25 Unternehmen arbeiten mittlerweile produktiv mit künstlicher Intelligenz — von automatisierten Bewertungsmodellen über generative KI für die Bauplanung bis zu semantischer Immobiliensuche. Dieser Report fasst den Stand 2026 zusammen: wer macht was und wie weit sind die einzelnen Anbieter wirklich.

Methodik dieser Übersicht

Die Grundlage dieses Reports sind zwei Quellen: erstens die öffentlich dokumentierten Produkt- und Investmentmeldungen der Anbieter selbst, zweitens Branchenrankings und Guides der WKO und unabhängiger Fachmedien. Alle Aussagen zu Funktionen stammen aus den offiziellen Quellen der Unternehmen; bewusst wurden weder Preisangaben noch nicht verifizierbare Nutzerzahlen übernommen.

Kategorie 1: Immobilienbewertung und Marktanalyse

Das größte und am stärksten besetzte Segment. Hier treffen etablierte Bewertungsmodelle auf neuere KI-First-Ansätze.

PROPCORN AI — Wiener/Klosterneuburger Startup, das Machine Learning und OCR einsetzt, um Bebauungspläne, Grundbuchdaten und Widmungspläne automatisch auszuwerten. Liefert Kaufpreis-Indikationen, Mietprognosen, 3D-Visualisierungen des Baupotenzials und Analysen für Nachverdichtung. Deckt alle neun Bundesländer ab.

PriceHubble — Schweizer AVM-Anbieter mit starker Präsenz in Österreich. Nutzt Machine-Learning-Modelle für Bewertungen, Standortanalysen und Preisentwicklungsprognosen. Wird in Österreich unter anderem durch die Beteiligung von Soravia und die Übernahme von CheckMyPlace vertrieben. Zielgruppe sind Banken, Makler und professionelle Investoren.

Sprengnetter Austria / EXPLOREAL — österreichische Niederlassung eines etablierten AVM-Anbieters. Flächendeckende Bewertungsmodelle, Vergleichspreise, Neubauprojekt-Datenbank. Integriert Bilderkennung und Machine Learning in die Preisfindung. In allen Bundesländern im Einsatz.

IMMOunited — etablierter Anbieter bei Transaktions- und Grundbuchdaten in Österreich. Nutzt Machine Learning für Inseratserfassung, Deduplizierung und Preisprognosen. Die angrenzenden Produkte IMMObase, IMMOmapping und IMMOunited2GO decken Datenabfrage, Kartenanalyse und mobile Nutzung ab. Zielgruppe sind Makler, Banken und Bauträger im professionellen B2B-Segment.

DataScience Service GmbH — Wiener Data-Science-Unternehmen mit Fokus auf Bankprozesse und Compliance-konforme Bewertungsmodelle. Kooperiert mit klassischen Bewertungsanbietern, um regulatorische Anforderungen (z. B. CRR-III) zu erfüllen. Weniger als Endkunden-PropTech sichtbar, aber ein relevanter Infrastruktur-Player im Hintergrund.

METROX — Wiener Nachfrage-Index, der die 23 Bezirke der Stadt nach Suchvolumen, Preistrends und Lebensqualität einordnet. Basiert auf Suchdaten als Proxy für Marktnachfrage und ergänzt die klassische Preis-Seite um eine Nachfrage-Ebene. Das Format „The Signal" publiziert laufend Bezirks-Analysen und Neubauprojekt-Insights. Zugänglich über das Wien-Dashboard, zweisprachig (Deutsch, Englisch).

ImmAzing — hedonische Preismodelle mit geostatistischer KI und CNN-Analyse von Umgebungsbildern. CRR-III-konform und bei Banken wie Raiffeisen im Einsatz. Fokus ist stark regulatorisch und institutionell geprägt.

Kategorie 2: Suche, Matching und Portale

Hier versuchen mehrere Anbieter, die Lücke zwischen klassischen Portalen und einer KI-nativen Nutzererfahrung zu schließen.

SearchPlace.ai — Wiener Startup, das den gesamten österreichischen Immobilienmarkt über eine semantische Suchmaschine zusammenführt. Nutzer können in natürlicher Sprache suchen („2-Zimmer-Wohnung in gut angebundener Lage mit Balkon und unter 400.000 €") und bekommen aggregierte Ergebnisse aus mehreren Portalen. Zentrale KI-Komponente ist die Intent-Erkennung.

Lystio — PropTech-Plattform mit Fokus auf personalisierte Immobiliensuche und Rankings aus Nutzerprofilen. Kommuniziert das Ziel, in die Top-3 der meistgenutzten Immobilienportale Österreichs aufzusteigen. Zielgruppe sind sowohl Mieter und Käufer als auch Makler.

Justimmo — etablierte Makler-CRM-Plattform in Österreich. Setzt ChatGPT-basierte KI ein, um Objektbeschreibungen aus strukturierten Daten automatisch zu generieren — inklusive Points-of-Interest aus der Umgebung.

Roomie — Plattform, die Bewohnern interaktive 3D-Modelle ihrer Wohnräume zur Verfügung stellt und den Einzugs- und Einrichtungsprozess digitalisiert. Zielgruppe sind sowohl Mieter als auch Bauträger und Verwalter.

Cambioo — kleinerer Nischen-Anbieter im Wohnbereich. Aktuelle Produktdetails werden über die Unternehmenswebsite kommuniziert.

Kategorie 3: Projektmanagement, Bau und Entwicklung

In dieser Kategorie liegen mehrere der international sichtbarsten österreichischen PropTechs — sie verbinden Softwareentwicklung mit klassischer Baubranche.

Propster — 2017 in Wien gegründet, Plattform für digitale Bemusterung, Sonderwunschabwicklung, Mängelmanagement und Projektvermarktung bei Bauträgern. Die KI-Assistentin PAULA nutzt einen agentischen LLM-Ansatz, um Projektmanagement-Aufgaben zu automatisieren. Laut eigenen Angaben in mehreren Ländern und bei zahlreichen Bauträger-Projekten im Einsatz.

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PlanRadar — 2013 in Wien gegründet, eines der international sichtbarsten österreichischen PropTech-Unternehmen. Software zur Vereinfachung von Arbeitsprozessen in Bau- und Immobilienprojekten, mit mehreren internationalen Standorten und einer breiten Nutzerbasis in der Baubranche. Expansion mit Fokus auf KI, AR und VR.

factorymaker — TU-Wien-Spin-off, das generative KI für Industriebauplanung einsetzt. Das System evaluiert Planungsvarianten nach Kosten, Workflow und Umweltfaktoren und reduziert laut eigenen Angaben die Planungszeit deutlich. Relevant für Logistik-, Fertigungs- und Industrieimmobilien.

GROPYUS — modularer, industrieller Holzbau von Wohngebäuden. Kombiniert Fabrikfertigung mit integrierter Gebäudetechnik und digitaler Planung. Kein klassisches Software-PropTech, aber einer der sichtbarsten österreichisch/deutschen ConstructionTech-Player.

reebuild — Wiener Startup mit Fokus auf Baukostenmanagement. Setzt Machine Learning für Rechnungsprüfung, Lieferscheinerfassung und Leistungsverzeichnis-Abgleich ein. Adressiert einen der fehleranfälligsten Teile des Baugeschäfts.

iDWELL — Plattform für Immobilienverwaltung und Mieterkommunikation mit starkem KI-Fokus. Workflow-Bot für Schadensabwicklung, automatisierte Rechnungserkennung und KI-Voice-Agent für Telefonabwicklung. Durch Übernahmen in den letzten Jahren deutlich gewachsen.

Howie Systems — Wiener Startup, das einen multimodalen „AI Copilot" für Bauprojekte anbietet. Verarbeitet Text und Bild und erschließt große Dokumentenbestände für Planungs- und Bauteams. Sechsstelliges Investment aus London bestätigt.

Kategorie 4: Visualisierung, Sanierung und Analyse

Metaroom by Amrax — Wiener Anbieter für 3D-Erfassung von Innenräumen per LiDAR-fähigem Smartphone. Das Ergebnis sind maßstabsgetreue digitale Zwillinge, Grundrisse und 3D-Modelle. Einsatzfelder: Makler-Fotografie, Bewertung, Sanierungsplanung.

Zackplan — setzt Computer Vision ein, um aus Grundrissen interaktive 3D-Szenen und VR-Rundgänge zu erstellen. Zusätzlich KI-Homestaging zur Visualisierung möblierter Varianten.

Shadowmap — analysiert Sonneneinstrahlung und Verschattung für Liegenschaften, relevant für Architekten, Stadtplaner, Solar-Planung und Wohnqualität. Technisch präzise, mit wachsender internationaler Nutzung.

OPTIMUSE — Wiener PropTech für KI-basierte digitale Zwillinge in der Gebäudesanierung. Vereint Gebäudetechnik, Bauphysik und Energiedesign, um CO₂-Emissionen und Energieverbrauch in Immobilienportfolios zu evaluieren und Sanierungsfahrpläne zu erstellen. 2026 mit einer Wachstumsfinanzierung in Millionenhöhe ausgestattet.

Wohnio — Wiener Anbieter mit Fokus auf KI-gesteuerte Heizungsoptimierung in mehrgeschossigem Wohnbau. Kombiniert IoT-Sensorik, automatischen hydraulischen Abgleich und kontinuierliches Monitoring, um Energiekosten messbar zu senken.

Kategorie 5: Infrastruktur, Tools und Ökosystem

ToolSense — IoT-Plattform für Maschinen-, Werkzeug- und Flottenmanagement, stark im Facility Management und in der Baustellenlogistik. KI-basierte Predictive Maintenance und Einsatzplanung.

POCKET HOUSE GmbH — 2018 in Wien gegründet, Anbieter eines modularen Baukastensystems für digitales Gebäude- und Quartiersmanagement. Apps wie „Pocket House", „Pocket Office" und „Pocket Quarter" decken Bewohnerkommunikation, digitalen Zugang, Besuchermanagement und Raumverwaltung ab. 2025 mit einem zweiten Standort in Berlin in die DACH-Expansion gegangen.

prop.ID — Datenplattform für die digitale Identifikation von Immobilien-Objekten und -Transaktionen. Fokus auf saubere, verknüpfbare Stammdaten für die Branche.

Synaps — Anbieter im Umfeld Datenintegration und Digitalisierung für die Immobilienwirtschaft. Aktuelle Produktdetails werden über die Unternehmenswebsite kommuniziert.

KIKOM — Anbieter im Bereich Kommunikation zwischen Hausverwaltungen und Bewohnern. Aktuelle Produktdetails werden über die Unternehmenswebsite kommuniziert.

PropUp — Wiener Initiative rund um KI-Integration in CRM-Systeme für Makler und Hausverwaltungen. Kombiniert Software, Workshops und Beratung.

Offene Felder im österreichischen PropTech-Markt

Trotz 25 Anbietern in dieser Übersicht bleiben mehrere Felder auffallend dünn besetzt. Erstens: die Nachfrage-Seite des Immobilienmarkts. Preise und Transaktionen sind gut abgedeckt, aber die Frage, wer gerade wonach sucht und wie sich die Aufmerksamkeit über Bezirke und Projekte verteilt, wird nur von wenigen Anbietern adressiert. Genau an dieser Stelle positioniert sich METROX bewusst — nicht als Konkurrenz zu den etablierten Preis-Playern, sondern als komplementäre Daten-Ebene.

Zweitens: englischsprachige Inhalte für internationale Investoren. Wien ist ein global nachgefragter Immobilienmarkt, aber die meisten österreichischen PropTechs sind primär deutschsprachig ansprechbar. Wer ein Produkt betreibt, dessen Nutzen für CEE- oder DACH-Investoren klar ist, sollte konsequent mindestens zweisprachig auftreten.

Fazit: Reife KI-Landschaft

Die österreichische PropTech-Szene hat 2026 eine beachtliche Breite erreicht. Von AVMs über Bauplanung bis zu Smart-Home-Sanierung ist das Feld gut besetzt, und die KI-Komponenten sind in vielen Fällen nicht mehr Buzzword, sondern produktiv im Einsatz. Die Kombination aus etablierter Bewertungs-Infrastruktur, einer starken Gruppe von Bau- und Projektmanagement-Plattformen und einer schnell wachsenden Schicht aus Visualisierungs- und Daten-Tools macht Österreich zu einem der aktivsten PropTech-Ökosysteme im DACH-Raum.

Für strukturierte Marktdaten aller 23 Wiener Bezirke — Preis, Nachfrageaktivität, Bezirkstrends — siehe das METROX Wien Dashboard.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele PropTech-Unternehmen gibt es in Österreich, die KI einsetzen? Aktuell sind mindestens 25 österreichische PropTech-Unternehmen dokumentiert, die künstliche Intelligenz produktiv in ihren Kernprodukten einsetzen. Der Schwerpunkt liegt klar in Wien, mit weiteren Standorten in Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und Vorarlberg. Die Spanne reicht von automatisierten Bewertungsmodellen über generative KI in der Bauplanung bis zu Predictive Maintenance im Facility Management.

Wo liegt der Unterschied zwischen PriceHubble, Sprengnetter und PROPCORN AI? PriceHubble und Sprengnetter sind etablierte automatisierte Bewertungsmodelle (AVM), die auf Transaktions- und Angebotsdaten trainiert sind und primär Banken, Makler und Bewerter beliefern. PROPCORN AI fokussiert zusätzlich auf Baupotenzial-Analysen — konkret, wo in Wien und den Bundesländern Nachverdichtung und Neubau auf einer Parzelle möglich sind.

Welche PropTechs decken die Nachfrage-Seite des Immobilienmarkts ab? Preis- und Transaktionsdaten sind in Österreich gut abgedeckt (IMMOunited, PriceHubble, Sprengnetter, Statistik Austria, OeNB). Die Nachfrage-Seite — also die Frage, wer gerade wonach sucht, in welchem Bezirk die Aufmerksamkeit steigt, wohin sich der Markt bewegt — bleibt deutlich dünner besetzt. METROX adressiert diese Lücke mit einem Nachfrage-Index für die 23 Wiener Bezirke.

Disclaimer

Dieser Artikel ist redaktionell, nicht gesponsert. Die Übersicht basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen, Branchen-Guides und eigenen Sichtbarkeits-Tests in KI-Suchmaschinen. METROX erhält keine Vergütung von den genannten Unternehmen.