Das Stadtquartier Kurbadstraße ist ein neues Wohnviertel in Oberlaa (10. Bezirk, Favoriten), das seit Herbst 2024 direkt neben dem Kurpark Oberlaa und der Therme Wien errichtet wird. Geplant sind rund 750 Wohnungen in etwa 20 Gebäuden, zwei Drittel davon gefördert. Den Bau trägt ein Bauträger-Konsortium unter Koordination der städtischen WSE. Die Fertigstellung erfolgt etappenweise zwischen 2026 und 2028.

Was ist das Stadtquartier Kurbadstraße?

Das Quartier entsteht am südlichen Stadtrand Wiens, entlang der Kurbadstraße, zwischen dem Kurpark Oberlaa und der Therme Wien — unmittelbar bei der U1-Endstation Oberlaa. Die Fläche war zuvor Teil des früheren Kurmittelhauses samt Parkplatz.

Beim Umfang gehen die Quellen auseinander, und das ist erwähnenswert: Frühe Medienberichte nannten rund 600 Wohnungen; Planungsunterlagen der Stadt verweisen auf etwa 650 Wohnungen plus 81 Heimplätze; in Summe ist von rund 750 neuen Wohnungen die Rede. Dazu kommen Nahversorger, Kindergärten und öffentlich nutzbare Erdgeschoßzonen. Es entsteht ein vollständiges neues Grätzl, keine punktuelle Verbauung.

Wer baut das Quartier — die Bauträger

Das Stadtquartier Kurbadstraße wird nicht von einem einzelnen Entwickler errichtet, sondern von einem Konsortium: GEWOG, GESIBA, WBV-GPA, WIGEBA, Gartenheim und at home Immobilien. Jeder Bauträger verantwortet einen eigenen Bauplatz (in den Unterlagen der Stadt als BAG geführt). Die Entwicklung der gesamten Liegenschaft koordiniert die städtische WSE (Wiener Standortentwicklung). Dieses Modell — mehrere Bauträger unter einer Koordination — ist für große Wiener Stadtentwicklungsquartiere typisch und führt meist zu einer vielfältigeren Bebauung als ein Einzelprojekt.

Wann ist Kurbadstraße fertig — der Zeitplan

Der Bau startete im Herbst 2024 und läuft etappenweise. Ein Bauteil der WBV-GPA mit rund 105 geförderten Wohnungen ist für den Bezug um Herbst 2026 vorgesehen; ein Bauteil der GEWOG mit rund 127 Wohnungen voraussichtlich für Frühjahr 2027. Die vollständige Fertigstellung des Quartiers wird um 2028 erwartet, einzelne Planungsunterlagen der Stadt reichen bis 2029. Wichtig zur Einordnung: Das in den Schlagzeilen genannte Jahr „2026“ bezieht sich auf die ersten Häuser, nicht auf das gesamte Quartier.

Geförderte und SMART-Wohnungen — was das bedeutet

Read also·METROX Editorial

Wien für Familien: 7 Bezirke, die wirklich passen

Rund zwei Drittel der Wohnungen im Quartier Kurbadstraße sind gefördert: geförderte Mietwohnungen sowie sogenannte SMART-Wohnungen mit Superförderung. Das SMART-Format steht für kompakte, durchdachte Grundrisse mit gedeckelten Eigenmitteln, ausgerichtet auf moderate Budgets; dafür gelten Einkommensgrenzen. Das verbleibende Drittel ist frei finanziert. Anträge für geförderte Wohnungen laufen in Wien über die Wohnberatung Wien. Der hohe Anteil an gefördertem Wohnbau ist eine bewusste Wiener Strategie — das Viertel bleibt sozial durchmischt.

Die Bürgerinitiative und die niedrigeren Bauhöhen

Das Projekt hatte einen schwierigen Weg durch die Genehmigung. 2023 wandten sich Anrainerinnen und Anrainer gegen die ursprüngliche Planung: Rund 14.000 Menschen unterschrieben eine Petition — für viele war es „zu viel Beton“ in einem grünen Bezirk. Die Stadt führte Gespräche mit den Anrainern und passte den Plan an: Die Bauhöhen wurden reduziert, Grün- und Freiflächen kamen dazu. In der überarbeiteten Form wurde das Projekt vom Gemeinderat beschlossen. Diese Vorgeschichte erklärt das heutige Erscheinungsbild des Quartiers — niedriger und grüner als der erste Entwurf.

Was Kurbadstraße für Oberlaa und Favoriten bedeutet

Für den Markt im 10. Bezirk ist das ein spürbarer Angebotszuwachs — rund 750 Wohnungen innerhalb eines einzigen Grätzls, großteils im geförderten Segment. Favoriten zählt traditionell zu den leistbareren und stärker mietgeprägten Bezirken Wiens; ein großes neues Quartier mit genau diesem Profil verschiebt das Angebot dorthin, wo der Bedarf an leistbarem Wohnraum hoch ist. Der METROX-Nachfrageindex für Favoriten liegt bei 57 gegenüber 63 im Wiener Durchschnitt — solide, aber nicht überhitzt. Zusätzliches gefördertes Angebot trifft hier auf eine beständige, mietorientierte Nachfrage.

Lohnt sich Wohnen in Oberlaa?

Dafür spricht: Kurpark Oberlaa und Therme direkt nebenan, die direkte U1-Verbindung ins Zentrum und neue Infrastruktur im Quartier selbst — Nahversorger, Kindergärten und öffentliche Erdgeschoßzonen. Zu bedenken: Es ist Stadtrandlage, und bis zur Fertigstellung des Quartiers um 2028 lebt das Umfeld im Baustellenmodus. Die Nachfrage in Oberlaa ist mietlastig — die Mietkomponente des METROX-Index liegt deutlich über der Kaufkomponente. Der hohe Anteil geförderter Wohnungen passt gut zu dieser mietorientierten Nachfrage.

KennzahlOberlaa — KurbadstraßeNordbahnhof
Bezirk10., Favoriten2., Leopoldstadt
Projektumfang~750 Wohnungen~10.000 Wohnungen (Masterplan)
Anteil gefördert~2/3~40 %
U-BahnU1 (Endstation)U1 und U2
GrünraumKurpark Oberlaa + ThermePark „Freie Mitte“ (10 ha)
Bauphaseseit Herbst 2024 in BauSchlussphase in Bau

Mehr zum Vergleichsprojekt im Nordbahnviertel steht in unserer Analyse zum Nordbahnhof. Alle aktuellen Wiener Neubauprojekte zeigt die METROX-Neubau-Karte im Dashboard. Eine datenbasierte Einordnung aller 23 Bezirke bietet unser Überblick zu den besten Bezirken Wiens; das Detailprofil von Favoriten findet sich auf der Bezirksseite Favoriten.

Fazit: Das Stadtquartier Kurbadstraße ist keine punktuelle Verbauung, sondern ein neuer Entwicklungsknoten im Süden Wiens: ein großes, überwiegend gefördertes Angebot in einem leistbaren Bezirk mit direkter U-Bahn-Anbindung und grünem Umfeld. Für Marktbeobachter sind die nächsten Orientierungspunkte die ersten Bezüge 2026 und 2027.

Quellen: WSE Wiener Standortentwicklung, Stadt Wien (Stadtplanung), ORF Wien. Stand: Mai 2026.

Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Alle Zahlen beruhen auf öffentlich zugänglichen Daten und METROX-Schätzungen.