Wer in Wien an eine Eigentumswohnung denkt, scrollt schnell durch ein Meer an Inseraten und Quadratmeterpreisen, ohne klares Gefühl für die Größenordnung. Dieser Guide bringt die Wiener Preise auf wenige Zahlen — ohne Tabellenkalkulation und ohne Steuerjargon, mit Stand 2026.
Kurz und bündig: Eine typische Wiener Wohnung kostet rund 6.700 €/m². Eine 70-m²-Wohnung — die meistgekaufte Größe — kommt damit auf etwa 475.000 € (rund 440.000 CHF für Schweizer Leserinnen und Leser). Die günstigsten Bezirke beginnen bei rund 5.200 €/m², die Innere Stadt erreicht 14.000 €/m² und mehr. Im Vergleich zu München, Paris, Zürich oder London liegt Wien strukturell günstiger; gegenüber Berlin oder Prag etwas höher.

Die Schlagzeile in drei Zahlen
Wien ist eine Wohnungsstadt. Einfamilienhäuser existieren in den Außenbezirken, aber die typische Transaktion ist eine Eigentumswohnung in einem Mehrparteienhaus. Die folgende Tabelle übersetzt denselben Quadratmeterpreis in den realen Gesamtpreis — für die durchschnittliche 70-m²-Wohnung.
| Bezugsgröße | Wien gesamt | Günstigste Bezirke | Innere Stadt (1.) |
|---|---|---|---|
| €/m² | 6.700 € | 5.200–5.500 € | 14.000 €+ |
| CHF/m² (1 € ≈ 0,96 CHF) | 6.430 CHF | 5.000–5.280 CHF | 13.440 CHF+ |
| Gesamtpreis 70 m² | ≈ 475.000 € | ≈ 365.000–385.000 € | ≈ 985.000 €+ |
Quelle: METROX-Bezirks-Benchmarks Q1/Q2 2026, basierend auf öffentlich zugänglichen Angebotspreis-Daten. Es handelt sich um Angebotspreise — abgeschlossene Transaktionen können in weniger liquiden Segmenten einige Prozentpunkte darunter liegen.
Wien nach bekannten Orten — nicht nach Bezirksnummern
Wienerinnen und Wiener reden in Bezirksnummern. Für alle anderen — hier dieselbe Karte mit Orientierungspunkten, die man tatsächlich kennt.
| Gegend | Bezirk | Charakter | €/m² | 70-m²-Wohnung |
|---|---|---|---|---|
| Stephansplatz · Hofburg · Ringstraße | 1 Innere Stadt | Historischer Kern — Paläste, Kaffeehäuser, Staatsoper | 14.000 €+ | ≈ 985.000 € |
| Prater · Donaukanal-Ufer | 2 Leopoldstadt | Riesenrad-Quartier, am schnellsten aufholend | 8.300 € | ≈ 580.000 € |
| Naschmarkt · Karlsplatz | 4 Wieden | Gastronomie, Botschaften, Cafés | 8.400 € | ≈ 590.000 € |
| MuseumsQuartier · Spittelberg | 7 Neubau | Kreativviertel, Galerien, Design | 6.700 € | ≈ 470.000 € |
| Schönbrunn-Gegend | 13 Hietzing | Grünes Familienviertel, Villen | 6.900 € | ≈ 485.000 € |
| Ottakring · Heurigenmeile | 16 Ottakring | Arbeiterklasse-Tradition, im Wandel | 5.500 € | ≈ 385.000 € |
| Favoriten · Reumannplatz | 10 Favoriten | Vielfältigster Bezirk, attraktiv für Erstkäufer | 5.300 € | ≈ 370.000 € |
Günstig vs. gehoben — in einem Absatz
Knappes Budget (unter 400.000 € für 70 m²): Favoriten (10.), Simmering (11.), Meidling (12.), Floridsdorf (21.), Brigittenau (20.) — alle mit U-Bahn-Anbindung 25–35 Minuten zum Stephansplatz. Der 10. und 11. sind die Klassiker für junge Wiener Erstkäufer.
Zentral und lebendig (470.000–600.000 € für 70 m²): Neubau (7.), Mariahilf (6.), Margareten (5.), Leopoldstadt (2.), Josefstadt (8.). Alle fußläufig zum Ring. Kaffeehauskultur, Gastronomie, Nachtleben.
Gehoben und ruhig (500.000–900.000 € für 70 m²): Döbling (19.), Währing (18.), Hietzing (13.), Alsergrund (9.). Villenviertel, Parks, Botschaften.
Absolutes Toplevel (1 Mio. € aufwärts für 70 m²): nur einen Bezirk gibt es dafür — die 1. Innere Stadt. Einzelne Adressen innerhalb des Rings erreichen bei sanierten Luxusobjekten über 25.000 €/m².
Wer nicht kauft, dem hilft der Mietpreis bei der Einordnung. Eine 70-m²-Wohnung auf den Privatmarkt-Inseraten kostet 2026 in Wien grob 1.300–1.800 € pro Monat brutto (Hauptmietzins, Betriebskosten, Heizung, USt — alles drin). Das ist die Angebotsmiete auf aktiv inserierten Wohnungen; der gesamte Wiener Mietbestand — inklusive regulierter Altbau-Bestände, Gemeindewohnungen und langfristig gehaltener Genossenschaftswohnungen — liegt im Durchschnitt darunter. Neubau und zentrale Bezirke ziehen den Schnitt nach oben. Die Spannweite der Angebotsmieten reicht etwa von 14 bis 28 €/m². Detailguide zur Wiener Miete.
Wien im Städtevergleich
Wien wird seit Jahren als eine der lebenswertesten Städte weltweit gerankt. Auf der Quadratmeter-Skala bleibt es für sein Niveau aber bemerkenswert günstig.
| Stadt | Durchschnittspreis (€/m²) | 70 m² (Richtwert) |
|---|---|---|
| London (Zone 2) | ≈ 11.000 € | ≈ 770.000 € |
| Paris | ≈ 10.500 € | ≈ 735.000 € |
| Zürich | ≈ 15.800 € | ≈ 1.100.000 € |
| München | ≈ 9.500 € | ≈ 665.000 € |
| Wien | ≈ 6.700 € | ≈ 475.000 € |
| Berlin | ≈ 5.800 € | ≈ 405.000 € |
| Prag | ≈ 4.800 € | ≈ 335.000 € |
Städtevergleiche sind nur indikativ — jedes Land erfasst Immobilienpreise leicht unterschiedlich. Quellen: METROX (Wien), Bundesbank Wohnimmo (München, Berlin), Global Property Guide (Paris, Zürich, London, Prag), jeweils Q1 2026. Für eine Wien-Vertiefung mit allen 23 Bezirken siehe das METROX-Dashboard Wien.
Können auch Nicht-Österreicher kaufen?
EU- oder EWR-Pass (auch Schweiz): Ja, ohne Genehmigung. Gleiche Bedingungen wie für inländische Käufer.
Jeder andere Pass (USA, UK, Indien, Australien usw.): Für den Wohnungskauf ist eine einmalige Genehmigung der Stadt Wien erforderlich. Das genaue Verfahren, die Bearbeitungsdauer und die Voraussetzungen hängen vom Einzelfall ab — eine Wiener Notarin oder ein Notar bzw. eine auf Immobilienrecht spezialisierte Anwältin oder ein Anwalt kann erläutern, was im konkreten Fall gilt. Modellrechnung für ausländische Käufer.
Die rund 10 % obendrauf
Der Inseratspreis ist nicht das, was am Notariatstermin überwiesen wird. Auf den Kaufpreis kommen typischerweise 9–11 % Nebenkosten dazu. Im internationalen Vergleich ist das moderat — keine US-Titelversicherung, keine UK-Stamp-Duty — aber es summiert sich.
- Grunderwerbsteuer (GrESt) — 3,5 % des Kaufpreises
- Eintragungsgebühr ins Grundbuch — 1,1 %
- Vertragserrichtung (Notar / Anwalt) — typisch 3.000–5.000 € als Pauschale für Standardobjekte
- Pfandrechtseintragung (nur bei Finanzierung) — 1,2 % vom Kreditbetrag
- Maklerprovision (sofern beauftragt) — bis 3 % netto zzgl. 20 % USt
- Drittstaat-Genehmigung (Nicht-EU/EWR) — moderate Verwaltungsgebühr plus die rechtlichen Vorbereitungsstunden
Für den Erwerb zum eigenen Hauptwohnsitz besteht bis 30. Juni 2026 unter den gesetzlich vorgesehenen Voraussetzungen eine befristete Befreiung von beiden Grundbuch-Gebühren — bei typischen Wohnungen entspricht das einer Ersparnis von bis zu rund 8.000 €. Vollständige Aufschlüsselung der Kaufnebenkosten · Kaufnebenkosten-Rechner.
Wohin sich Wien bewegt
Die METROX-Angebotspreis-Benchmarks zeigen für Q1/Q2 2026 wieder spürbare Marktbewegung nach einem stagnierenden 2024. Mehrere Marktprognosen sehen für das Gesamtjahr 2026 ein moderates einstelliges Wachstum — getragen von stabilen EZB-Zinsen (Hauptrefinanzierungssatz Stand 30. April 2026 bei 2,15 %, Einlagensatz 2,00 %, unverändert seit Juni 2025), zurückgegangenen Baubewilligungsvolumina und stetigem Bevölkerungswachstum in Wien.
Eine kurze Anmerkung zur aktuellen Woche: Der Eurovision Song Contest findet vom 12. bis 16. Mai 2026 in Wien statt (Wiener Stadthalle, 15. Bezirk), mit deutlich über 100.000 Besucherinnen und Besuchern rund um das Event. Das hebt Kurzfristmieten in zentralen Bezirken sichtbar an, hat aber keinen Effekt auf die Quartals-Angebotspreise im Kaufsegment. Wer in dieser Woche zur Wohnungsbesichtigung anreist, sollte bei Airbnb-ähnlichen Übernachtungen mit deutlich überhöhten Preisen rechnen — der reguläre Kaufmarkt ist davon unberührt.
Wo Sie tatsächlich suchen
Drei Portale tragen den Großteil der Wiener Inserate.
- willhaben.at — das größte österreichische Portal, breiteste Auswahl.
- ImmobilienScout24 — Nummer zwei, oft besser kuratiert bei Neubauten.
- derStandard Immobilien — redaktionell ausgewählt, geringeres Volumen, gute Qualität.
Ein laufender Überblick über den Wiener Markt — mit interaktiver Bezirks-Karte — steht im METROX-Dashboard Wien.
Die ehrlichen Eckpunkte
- Die durchschnittliche Wiener Wohnung kostet 2026 rund 475.000 € für 70 m².
- Die Spanne zwischen günstigem und teurem Bezirk liegt bei etwa 1:3 — Favoriten (5.300 €/m²) bis Innere Stadt (14.000 €/m² und mehr).
- Wien ist günstiger als München, Paris, Zürich, London und teurer als Berlin und Prag — in der Mitte der mitteleuropäischen Hauptstädte.
- Auf den Kaufpreis rechnen Sie 9–11 % Nebenkosten obendrauf. Eine befristete Befreiung von Eintragungsgebühren für Hauptwohnsitz-Käufer prüfen Sie am besten im Kaufnebenkosten-Überblick.
- Nicht-EU/EWR-Käufer benötigen typischerweise eine einmalige Genehmigung; EU/EWR-Käufer kaufen ohne Genehmigung. Eine Wiener Notarin oder ein auf Immobilien spezialisierter Anwalt bestätigt, was im konkreten Fall gilt.
- Für Mietinteressenten: grob 1.300–1.800 € pro Monat brutto für 70 m² auf den Privatmarkt-Inseraten; der gesamte Wiener Mietbestand liegt im Schnitt darunter.
Dieser Beitrag dient der Information — er ist keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Für die konkrete Transaktion sind eine Notarin oder ein Notar (Notariatskammer) und eine Steuerberaterin oder ein Steuerberater (Kammer der Steuerberater) die richtigen Ansprechpartner. Aktuelle Marktdaten zu Wien finden Sie auf METROX.



