Wo es sich in Wien wirklich angenehm wohnen lässt, ist nicht immer am Quadratmeterpreis abzulesen.

Ein Bezirk kann teuer, aber laut sein. Ein anderer — grün, aber schlecht ans Zentrum angebunden. Ein dritter — unterschätzt, weil ihm das „Premium“-Image fehlt, obwohl er in den Daten stärker dasteht als die meisten anderen.

METROX Livability vergleicht alle 23 Wiener Gemeindebezirke auf vier Ebenen:

  • Grün — Anteil an Parks, Wäldern, Weingärten und öffentlichen Grünanlagen
  • Lärm — Tag- und Nachtwerte
  • Verkehr — Anbindung an U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahn und Park & Ride
  • Lifestyle — Cafés, Restaurants, Kultur, Sport, Schulen und Alltagsinfrastruktur

Daten aktualisiert: 14. Mai 2026.

Kernergebnis: Nach den METROX-Livability-Daten erscheint Hietzing (13.) als der ausgewogenste Wiener Bezirk in der Kombination aus Grünanteil und Ruhe. Döbling (19.) und Penzing (14.) liegen beim Grünanteil knapp dahinter. Floridsdorf, das oft als einer der grünsten Bezirke Wiens wahrgenommen wird, schafft es nach Anteil an Grünflächen nicht unter die ersten fünf.

Die grünsten Bezirke Wiens

BezirkGrünanteilGrünfläche
13. Hietzing69,1 %26,18 km²
19. Döbling68,1 %17,34 km²
14. Penzing67,9 %22,76 km²
17. Hernals42,3 %5,27 km²
22. Donaustadt39,1 %39,7 km²
23. Liesing25,9 %8,45 km²

Hietzing belegt den ersten Platz dank des Lainzer Tiergartens und der Schönbrunner Gartenanlagen. Döbling kommt mit den Heiligenstädter Weingärten und den Hängen des Kahlenbergs dazu; Penzing grenzt direkt an den Wienerwald.

Donaustadt (22.) ist ein Sonderfall: nur 39,1 % nach Anteil, aber 39,7 km² Grünfläche in absoluten Zahlen — der flächenmäßig größte Bezirk Wiens, interessant für alle, denen direkter Zugang zur Donauinsel und zur Lobau wichtig ist.

Floridsdorf wird wegen seiner Größe und nördlichen Lage häufig als einer der grünsten Bezirke Wiens wahrgenommen. Nach Anteil an Grünflächen schafft es der Bezirk nach unseren Berechnungen jedoch nicht unter die ersten fünf.

Wo es in Wien am ruhigsten ist

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Nach dem zusammengesetzten Tageslärm-Index zählen Hernals (16.), Floridsdorf (21.) und Donaustadt (22.) zu den ruhigsten Bezirken — rund 61 dB im Bezirksdurchschnitt. Hietzing (13.) und Mariahilf (6.) folgen knapp dahinter mit etwa 62 dB. Die Innere Stadt (1.) und die meisten zentralen Bezirke sind aufgrund von Touristenverkehr und Straßendichte spürbar lauter.

In der Nacht verschiebt sich das Bild: Liesing (23.) und Hietzing (13.) sind am ruhigsten, während Leopoldstadt (2.) und Brigittenau (20.) wegen der ÖBB-Güterstrecken entlang der Donau höhere Nachtwerte aufweisen. Wer geräuschempfindlich ist, sollte beide Werte beachten.

Wichtig: Das ist ein bezirksbezogener Aggregatwert, keine Punktmessung an einer konkreten Adresse. Auf Straßenebene kann das Bild deutlich abweichen.

Welcher Bezirk passt — nach Lebensstil

Familien mit Kindern. Hietzing (13.), Währing (18.) und Döbling (19.) — hoher Grünanteil, niedriger Lärmpegel, einfacher Zugang zum Wienerwald. Eine Preis-Leistungs-Alternative mit ähnlichem Grünprofil ist Penzing (14.): beim Grünanteil fast auf Hietzing-Niveau, aber spürbar günstiger.

Junge Berufstätige. Neubau (7.), Wieden (4.), Leopoldstadt (2.), Alsergrund (9.) — hohe Dichte an Cafés und Lifestyle-POIs, direkte U-Bahn-Anbindung. Leopoldstadt sticht durch die Ausgewogenheit hervor: 30,3 % Grünanteil dank Prater und Augarten, gute Verbindung ins Zentrum und hohe Dichte an städtischer Infrastruktur.

Anlegerinnen und Anleger (Kauf zur Vermietung). Favoriten (10.), Simmering (11.), Rudolfsheim-Fünfhaus (15.) — Preise rund 30–40 % unter den zentralen Bezirken, höhere Mietrenditen, aber unterdurchschnittliche Livability. Eher renditegetriebene Anlagen als Lifestyle-Bezirke.

Raum und Ruhe — Vorort-Gefühl innerhalb der Stadt. Liesing (23.), Donaustadt (22.), Floridsdorf (21.) — mehr Platz, moderate Preise und U-Bahn-Anbindung in den zentralen Teilen der Bezirke. Nachteil: Innerhalb des Bezirks können die Wege lang sein, und der Weg ins Zentrum dauert oft 25–35 Minuten.

Wie sich die METROX-Livability-Karte nutzen lässt

Auf der METROX-Livability-Karte lassen sich die vier Ebenen einzeln oder kombiniert anzeigen: Grün, Lärm, Verkehr und Lifestyle.

Zum Beispiel:

  • Ruhe und Grün — Hietzing, Penzing, Döbling;
  • städtisches Leben und gute Anbindung — Neubau, Wieden, Leopoldstadt;
  • günstige Anlageobjekte zur Vermietung — Favoriten, Simmering, Rudolfsheim-Fünfhaus;
  • mehr Platz bei moderatem Budget — Donaustadt, Floridsdorf, Liesing.

In der Detailansicht jedes Bezirks zeigt METROX neben den Livability-Ebenen auch den aktuellen €/m²-Durchschnitt, die Miete, die Bruttorendite und den Nachfragetrend.

Livability-Karte öffnen →

Die Livability-Karte basiert auf offenen Geodaten der Stadt Wien, auf österreichischen Lärmkartierungs-Daten (laerminfo.at / EU CNOSSOS) und auf OpenStreetMap. Lizenzen und Quellen sind in der METROX-Methodologie dokumentiert.

Titelbild: bestalexshots.com — The Shore, Döbling (19. Bezirk).